Handball-Spielberichte sind langweilig – Eine Sketchnote vom Megawoodstock 2017

Spielberichte im Sport – ob im Fußball oder Handball, Volleyball oder Kegeln – sehen eigentlich immer gleich aus: Text, Text, Text, ein Foto mit ein paar Menschen, wieder Text, Text, Text. Innovativ ist das nicht. Und weil meine Mannschaft in 2017 beim Megawoodstock jedes Spiel verloren hatte, wollte ich die Leser_innen nicht mit Bleiwüsten quälen, und schon gar nicht von fünf Niederlagen hintereinander berichten.
Also hab ich alle Mädels meiner Mannschaft nach ihrer wichtigsten Erinnerung zum Megawoodstock 2017 befragt. Jedes Zitat hab ich genutzt, um eine kleine Sketchnote daraus zu bauen. Und am Ende kam ein Gesamtbild zustande, das eigentlich nur für unseren Verein – TSV Heiligenrode – gedacht war. Die Megawoodstock-Organisator_innen fanden es aber auch ganz nett und stellten es auf ihre Seite. Nun hat die liebe Maria vom Megawoodstock-Orga-Team mich angeschrieben, ob ich das Bild noch in besserer Auflösung hätte. Hab ich aber leider nicht, weil ich es ja mit Pencil und Paper gezeichnet hatte.
Na gut, dachte ich, ich hatte so viel Spaß auf dem Megawoodstock, da nehm ich für deren Orgateam gern das iPad und den Apple Pencil zur Hand und hau das Ganze mal in Paper 53.

Den Vergleich Vorher-Nachher seht ihr hier.

Sketchnote mit iPad und Apple Pencil in Paper 53 – Megawoodstock 2017

Sketchnote mit Stift und Papier – Megawoodstock 2017

Mein Fazit Papier und Stift vs. Paper 53 auf iPad

Auf Papier hab ich mehr „Hintergrund“ eingearbeitet, mehr Details, und auch mehr Inhalt. Auf dem iPad wirken die Zeichnungen und die Schrift ausgearbeiteter, sie sehen akkurater aus, die Farben strahlen viel mehr als auf dem Papier. Das ist ein Vorteil. Und die Auflösung ist natürlich viel höher, was die digitale Zeichnung für Online-Nutzung brauchbarer macht. Nachteil von Paper 53 ist, dass ich in dem Programm die Zeichnungen nicht vergrößern oder verkleinern kann. Ich kann Zeichnungen zwar verschieben, aber wenn alles voll ist, kann ich nichts verkleinern, um es dann neu anzuordnen. Das heißt, ich hab nicht mal alle Details aus dem Papier-Bild in das Paper 53-Bild übernehmem können, weil sie einfach nicht mehr reingepasst hatten. Hier hat Paper 53 einen entscheidenden Nachteil gegenüber z.B. Procreate. In Procreate kann ich nämlich Zeichnungen ausschneiden und deren Größe beliebig anpassen. Ich werde also beim nächsten Mal versuchen, in Procreate zu zeichnen. Man lernt nie aus.

Zum Valentinstag ein Bild mit Lettering und Waterbrushpen

Memento Mori, Carpe Diem, lebe heute, liebe mit deinem ganzen Herzen

Mein Mann und ich verweigern den Valentinstag immer. Dieses Jahr hatte ich aber zu meinem Geburtstag so viel an liebevollen Geschenken von ihm erhalten, dass ich nicht am Valentinstag vorbeisausen konnte, ohne ihm eine kleine Aufmerksamkeit zu bereiten. Das, was ich für ihn gebastelt habe, soll heute nicht Gegenstand meines Blogposts sein.

Dafür habe ich für Euch, liebe Besucher meiner Homepage, eine andere kleine Botschaft gestaltet:

Vergesst heute einfach mal das Schlechte
Erinnert das Gute
Lebt im Heute
und vor allem: Liebt mit eurem ganzen Herzen.
Das Bild ich gezeichnet mit den KOI Sakura Watercolorbrushpens. Dazu ein bisschen Lettering. Fertig. Ich bin absolute Anfängerin. Aber es macht Spaß, es beruhigt mich an einem turbulenten Tag und lässt auch mich für eine halbe Stunde ins Hier und Jetzt eintauchen.

Also, happy Valentinesday!

Facebook, Instagram und Whatsapp: Hervorragendes Design Thinking

Facebook, Instagram und WhatsApp betreiben hervorragendes Design Thinking. Sie sind in der Lage, die Bedürfnisse ihrer Nutzer zu verstehen und ihnen dementsprechend treffende Services anzubieten. Eines der User-Bedürfnisse, die die Plattformen bedienen, ist das Bedürfnis nach sozialer Anerkennung, um das es in diesem Post gehen soll.

Gender-Unterschiede im Bedürfnis nach Sozialer Anerkennung? – öffentliche Wahrnehmung und Selbst-Absorption

Mir ist aufgefallen: vorrangig Frauen (ich auch!) und Mädchen nutzen die Status-Funktion bei WhatsApp. Das wollte ich genauer wissen und hab mir die drei Social Media-Plattformen Facebook, Instagram und WhatsApp mal näher angeschaut.
Nicht repräsentative Beobachtung:
Status bei WhatsApp
12.01.2018, 7 Frauen, 2 Männer
16.01.2018, 6 Frauen, 0 Männer

Story bei Instagram
12.01.2018, 9 Frauen, 5 Männer und einige gewerbliche Seiten
16.01.2018, 9 Frauen, 4 Männer.

Story bei Facebook
12.01.2018, 1 Frau, 0 Männer, 1 gewerbliche Seite
16.01.2018, 0 Frauen, 2 Männer, 2 gewerbliche Seiten.

Das Pendel schlägt Richtung Frauen: 32 Frauen vs. 13 Männer, die das Story- bzw. Status-Feature verwenden. Aber warum? Brauchen Frauen mehr Aufmerksamkeit durch andere?

Wissenschaftliche Ergebnisse dazu

Gehen wir das mal wissenschaftlich an: Literatur-Recherche in psychologischen Datenbanken, Suchbegriffe: „attention seeking“ AND „gender“. Trefferanzahl: 76
Bereits der allererste Treffer stellt die Verbindung zum Narzissmus her – Titel: Narcissism, gender, and evolutionary theory: The role of private and public self-absorption von Barnett & Sharp, 2016. Den Artikel findet ihr mithilfe der DOI hier.
Die beiden Autoren nutzen die Konstrukte

  • „private self-absorption“ – das exzessive Nachdenken über einen selbst und
  • „public self-absorption“ – das exzessive Nachdenken darüber, was andere über einen denken.

Um zu erfahren, ob es zwischen Männern und Frauen einen Unterschied in diesen beiden Konstrukten gibt, haben sie 810 US-College-Studentinnen und Studenten befragt und kommen zu dem Schluss:

  • Frauen haben höhere Levels in „PUBLIC self-absorption“ als Männer.
  • Männer haben höhere Levels in „PRIVATE self-absorption“ als Frauen.

Interessant, oder? Und was leider noch interessanter ist: beide, also private und public self-absorption stehen in Verbindung mit pathologischem Narzissmus.
Ich nehme mich dabei nicht raus, im Gegenteil: ich finde mich hier ganz klar wieder. Gerne poste ich Bilder, auf denen ich wirke, als wäre mein Leben ein einziges Glück, auf denen ich positive Ausstrahlung habe, mein Aussehen mir selbst gut gefällt, die mich darstellen, wie ich mich selbst gerne sehe. Aber natürlich ist mein Leben nicht ein einziges Glück, natürlich sehe ich mindestens 5 mal öfter auf Bildern total mies aus als das eine Bild, das gerade gut gelungen ist. Diese Bilder poste ich nicht. Warum nicht? Na wegen public self-absorption – dem Nachdenken darüber, was andere über mich denken könnten.
In meiner eigenen kleinen Umfrage bei Instagram geben 100 % der Befragten an (N=15), dass Sie die Darstellung anderer oder ihre eigene manchmal für fragwürdig halten. Mal im Klartext: ALLE halten die eigene oder die Darstellung anderer für fragwürdig.

Ich hinterfrage mich Jetzt Öfter, ob dieses oder Jenes ins Netz gehört oder nicht

In der Ökonomie der Aufmerksamkeit schrieb Georg Franck, dass Aufmerksamkeit ein geldwertes Mittel sei. Anders, als man der Sprache nach vielleicht glauben könnte, wird Aufmerksamkeit nicht wirklich geschenkt. Aufmerksamkeit ist an Wertschöpfung gebunden – wer Aufmerksamkeit haben will, muss etwas hergeben, das Aufmerksamkeit verdient. Und so landen viele Bilder in den Social Media – Bilder, von denen manch Eine_r denken möge: Warum um Himmels Willen gibst du so viel Privates preis?

Georg Franck: Ökonomie der Aufmerksamkeit. Ein Entwurf. Dtv, München 2007, ISBN 978-3-423-34401-2 (EA München 1998).

Ich versuche, mich mit privaten Bildern zurückzuhalten.
Das war aber auch schon anders, sehr anders. Es gibt mir ein gutes Gefühl, wenn Menschen „gefällt mir“ unter meine Bilder klicken. Aber mit dem Alter kommt die Reife. Und dann ist mir immer öfter aufgefallen, wie privat dieses oder jenes Bild eigentlich ist. Oft hat aber auch mein Umfeld mich darauf hingewiesen. Und trotzdem gibt es Inhalte, die ich wertvoll finde und sie teilen möchte, und natürlich mag ich auch gern Dinge zeigen, auf die ich stolz bin, die mich froh machen, oder die ich gut kann, oder die einfach zeigen, wer ich bin. Darum versuche ich, einen Mittelweg zu finden, wie im Bild unten.

Gib jedem Tag die Chance, der kreativste in deinem Leben zu sein.

Fazit

WhatsApp, Instagram und Facebook verfolgen ganz klar das Ziel, die Zeit, die User auf ihren Plattformen verbringen, zu maximieren. Das tun sie, indem sie unter anderem dazu motivieren, private Bilder und Videos zu posten.
Aber Vorsicht: Die Betrachter dieser Bilder und Videos halten die Selbstdarstellung für fragwürdig.
Andererseits wären alle drei Kanäle ohne die privaten Inhalte für mich wertlos. Ihr seht, es ist ein zweischneidiges Schwert. Letztendlich muss also jede_r für sich entscheiden, wie viel Privates sie/er von sich preisgeben möchte.

Neues Jahr – neues Handlettering

So this New Year make your dreams become reality

Als ich dieses amerikanische Sprichwort zum Neujahr gelesen habe, war ich sofort angetan davon. Neue Vorsätze hatte ich dieses Jahr nicht. Ich wollte einfach nur, dass alles gut bleibt und jeder glücklich und gesund sein möge.

Aber Träume hatte ich und habe ich: dieses Jahr stelle ich die Dissertation fertig und teile mein Wissen mit der Welt.

Ich hoffe, ihr habt auch eine Fantasie, die ihr im neuen Jahr Realität werden lasst. Viel Glück und ein gutes 2018 für euch.

Weihnachtsmenü einfach sketchen

Menschen können zu Weihnachten ganz schön in Stress geraten. Das ging mir dieses Jahr auch so:

Wir haben erstmals komplett allein gefeiert (eine fünfköpfige Familie erreicht das „Alleinfeiern“ natürlich nicht). Jedenfalls war ich fürs Essen über die Feiertage verantwortlich: sollte dem Anlass entsprechen, die Kids u und Erwachsenen schmecken u trotzdem noch gesund sein.

Die Liste im Kopf zu haben: was koche ich zu wann u wann muss ich beginnen, es zuzubereiten.  Das hat mich sehr gestresst.

Was tun dagegen? IPad raus und Paper 53 an, und sketchnote davon anfertigen. Das beruhigt mich dreifach:

  1. Das Sketchnote -Zeichnen entspannt mich total.
  2. Ich u alle in meiner Familie haben den Überblick
  3. Die Kids sehen, dass es nach Fisch zur Belohnung Eis gibt. 🤣

Weihnachtsmenü IdeenAngler Julia Gumula

Der INNOVATIONSTIFTER

Als ich heute ins Büro kam, erwartete mich ein mysteriöser, schwarzer Briefumschlag im Postfach. Da der Brief von Chilli-Mind – einer Designfirma aus Kassel – kam, wusste ich sofort: Wenn der Oliver Gerstheimer einen schwarzen Umschlag verschickt, muss da was Cooles drin sein.
Und wie! Der Umschlag enthielt ein ledernes Etui, dies wiederum enthielt den one and only Innovationstifter. Also wirklich, Oliver, da habt Ihr wieder mal eine außergewöhnlich gute Idee gehabt. Vielen Dank dafür und viele Grüße nach Kassel!

Weihnachtliches Give Away von Chilli Mind mit Oliver Gerstheimer: Der INNOVATIONSTIFTER

Erfrischender geht`s nicht: Datenschutz und German Angst

Erst kürzlich hatte ich das Glück, einige Studierende der Georg-August-Universität Göttingen zur Tagung „Digitalisierung und Innovationspolitik“ nach Loccum zu begleiten.

Der am meisten begeisternde – eine rein subjektive Wertung meinerseits! – Beitrag kam von Peter Leppelt. Er ist so etwas wie der Chef von www.praemandatum.de – einer Datenschutz-Beratungsfirma aus Hannover. Sein Input war wirklich klasse, knackig, humorvoll, klug.

Da ließ ich es mir nicht nehmen, ein paar seiner Inputs mit meinem iPad graphisch festzuhalten.

Peter Leppelt von Praemandatum – Vortrag auf der Loccum Tagung, Dezember 2017, Sketchnotes by: Julia Gumula